Was dem Mann aktuell vorgeworfen wird, verkünden seine Kritiker schon seit Jahren, nämlich seit dem ersten Auftritt von Kurz: Ein intrigantes Arschloch, dem es nur um sich und seine Macht geht, also nicht um Österreich – er hat kein Programm! In dem Sinn wurde fortlaufend „enthüllt“. Derartige Vorwürfe sind nicht daran abgeprallt, dass sie niemand geglaubt hätte. Ganz im Gegenteil. Im Lichte des Erfolgs der Figur Kurz sind die von seinen Kritikern immer so gerne bemühten Enthüllungen schlicht für etwas anderes genommen worden, nämlich für Belege seiner Durchsetzungsfähigkeit.

Die hat Kurz sehr erfolgreich zu seinem Qualitätsmerkmal gemacht: Mit seinem ganzen ruppigen Aufstieg an die Spitze der politischen Macht – dem Fertigmachen der Granden seiner eigenen Partei, dem Sabotieren und We...

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Diskussionsveranstaltung
Sa., 6. März 2021 | 17:00-18:30 Uhr
Raum 2, Discord
Rosa-Luxemburg-Konferenz

Seit nun bereits einem Jahr wird das Land abwechselnd dem Lockdown und einer Phase von Lockerungen der "harten Maßnahmen" unterworfen. Dass dieser Seuchenschutz allemal eine Frage der hoheitlichen Gewalt ist, wird von den Zuständigen nicht beschönigt. Was es durchzusetzen gelte, seien schließlich die Gebote der seuchenmedizinischen Vernunft. Und das ist schon interessant. Denn mit Vernunft reklamiert die Politik, dass sie im Sinne und im Interesse derer handelt, die sie ihren Corona-Maßnahmen unterwirft. Dabei zeugt die Gewalt, die sie aufwendet, davon, dass der Zweck, den sie mit ihren Vorschriften verfolgt, nicht der der Betroffenen ist.

Und das wirft zwei Fragen auf:

  • Was i...

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